
Vom 1.8. bis 14.8.2011 war ich auf dem Bacherhof bei Heinrich und Burgl Fassnauer in Mareit / Ratschings bei Sterzing. Nach einer Anfahrt von 490 km kam ich gegen 16 Uhr mit dem Womo an. Die Bauern waren gerade beim Heu machen. Kurze Begrüßung, umziehen und dann geht’s auch schon los. Müde von der Anfahrt (8 Stunden)? Essen? Denkste! Heu zusammenrechen (Hänge mind. 60 Grad), unvollstellbar das man da noch stehen kann, geschwiegen von Hand mähen usw., aber es geht (Schwerarbeit, mano mano.. das fängt gut an). Anschließend wird das Heu im nahegelegenen Heuschober entladen (Muskel.. schwellen an..). Um 19 Uhr geht es zum Vesper mit Tee und Saft (!). 19.30 Uhr ab in den Stall. Hier stehen 2 Kühe (Rest auf der Sommeralm), 1 Schwein, 1 Kälbchen, viele Hühner, …? . Ausmisten.., Mist in Schubkarre, dann draußen abladen auf den Misthaufen. Hier passiert es auch schon. Ich trete neben das schmale Brett weil ich denke da ist fester Boden und… versinke mit meinen schönen Wanderschuhen in Mist und Gülle (Hose getränkt, Mist läuft in den linken Schuh. Toll. Um 21 Uhr geht es langsam an den Feierabend (Zimmer richten, stinkige Kleider versorgen usw.). Ich bitte um ein Bierchen (bekomme ich, aber..), auf dem Hof trinkt man grundsätzlich Quellwasser welches im Hof aus einem Rohr läuft, trinkt Tee oder selbst gemachten Saft. Jetzt ein kleines Handygespräch mit meiner Frau (erster Bericht..), dann mein Tagebuch schreiben, Duschen und (gähn) ab ins Bettchen (12 Uhr…). Morgen früh will der Bauer mich um 6.30 Uhr (Gnade für den Neuling?) im Stall sehen!
2. Tag. Aufstehen 6.10 Uhr. Draußen noch dunkel.... Stall ausmisten etc. 6.30 Uhr. Frühstück 7.00 Uhr. Stallarbeiten, Heuschober, Hofarbeiten. Mähen und Heu wenden. Heu einbringen. Mittagessen 12.00 Uhr. Grünschnitt einbringen. Nochmals Heu machen (heute sehr heiß, puh..). Hofarbeiten. Vesper (Maret) 19 Uhr. Stallarbeiten, Hofarbeiten. Um 20.45 Uhr mache ich heute Schluss. Es reicht! Ein sehr anstrengender Tag, Urlaub..? Duschen, Hemd u. Socken waschen. Tagebuch. Lesen. Gähn...
3. Tag, 4. Tag etc. etc. etc.
Jeder Tag war eine neue echte Herausforderung. Angriffe vom Hofhahn.., Holz sägen, Kühe füttern, Stall ausmisten, Schafstall reparieren, Weidezaun setzen, Heinrich zuarbeiten, Grasschnitt einholen, Heu machen, Holz hacken, Heuschober aufräumen usw. usw. usw. Viele, viele andere Arbeiten.
Es war eine psychische (!) und physische (!) Herausforderung. Das darf man für mich klar behaupten.
Die Verpflegung war einmalig. Jeden Tag zum Mittagessen hat Burgl frisch gekocht mit Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise. Südtiroler Kost! Jeder Tag Schlaraffenland! Aufgrund der harten körperlichen Arbeit kommt man natürlich gut trainiert nach Hause :-))) Ein gutes Gefühl !!
Burgl und Heinrich haben mich sehr gut aufgenommen.Sie sind sehr herzlich und sehr freundlich. Wir hatten beim Essen und nach der Arbeit lange und interessante Gespräche. Vor allen Dingen Burgl ist sehr kommunikativ. Man findet dort oben auf dem Hof eine grandiose Bergwelt und Landschaft. Natur pur. Es ist unglaublich mit welcher Hingabe die beiden den Hof bewirtschaften und das harte Leben dort oben meistern.
Ich kann nur jedem empfehlen solch eine Herausforderung anzunehmen. Man wird es im Leben wohl nie mehr vergessen. Vielen Dank an die Beiden. Vielen Dank an die Mädels der Organisation Bergbauernhilfe.it. Sie machen einen tollen Job! Sie kümmern sich wie man es besser nicht machen könnte. Sie sind immer am "Ball". Ohne sie ginge es nicht. Vielen Dank !!!!!
Ich werde hoffentlich wiederkommen! J. Grünbaum