Acher-Rench-Zeitung August 2010

„Hart, aber nicht hoffnungslos“
Christian Heiland aus Freistett lernt bei Freiwilligeneinsatz die harte Arbeit der Bergbauern kennen

Statt in seinem Urlaub am Strand unter Palmen zu liegen hat sich der Freistetter Christian Heiland beim Projekt Bergbauernhilfe in Südtirol nützlich gemacht - und dabei wertvolle Erfahrungen über die mühselige Arbeit der dortigen Landwirte gesammelt. Eine Woche lang verbrachte der Freistetter Christian Heiland „Alternativurlaub“ auf einem Bergbauernhof in Südtirol, wo er bei der Heuernte ordentlich Hand anlegte. Durch Berichterstattung in den Medien über die „Bergbauernhilfe“ in Südtirol wurde er auf dieses soziale Projekt aufmerksam. „Außerdem reizte mich die Arbeit in den Bergen, denn ich wollte einmal kennenlernen, wie die Bergbauern arbeiten und gleichzeitig einen Beitrag zur Landschaftspflege leisten“, so Christian Heiland.


Erste Erfahrungen

Der 27-Jährige Industriemeister aus der Metallbranche hat schon in der Freizeit seine Erfahrungen in der heimischen Landwirtschaft gesammelt. Am Anfang stand zunächst das Bewerbungsverfahren bei der Bergbauernhilfe in Südtirol. Ausgewählt hatte er sich den Hof der Familie Hohenegger-Wiesler in Graun im Vinschgau / Südtirol. Der „Hochegghof“ liegt wunderschön, oberhalb des Haidersees, mit Blick auf die umliegenden Berge und das obere Vinschgau. Da der Großteil der Wiesen mit der Handmähmaschine und der Sense gemäht werden müssen, war man in Südtirol über den Freiwilligen aus dem Badischen sehr erfreut, denn er brachte schon die nötige Erfahrung mit, eine wichtige Voraussetzung. Morgens um 6 Uhr machte sich der Freistetter mit seinem voll gepackten Motorrad in Richtung Südtirol auf. Nach sechs Stunden Fahrt wurde Christian Heiland herzlich auf dem Hochegghof empfangen. Kurz nach der Ankunft hieß es für Christian Heiland rein in die Arbeitskleidung. Denn im zwei Kilometer entfernten Dorf St. Valentin am Haidersee stand schon ein Ladewagen bereit, wo das frische Heu maschinell eingefahren wurde. Danach wartete der erste Steilhang, wo die Heuernte nur von Hand möglich war und jetzt begann auch für Christian Heiland die richtig harte Arbeit. Die folgenden zwei Tage war Mähen mit der Handmähmaschine angesagt. „Ich schaffte in den zwei Tagen von 8 bis 17 Uhr und nur mit der Handmähmaschine die 2,4 Hektar rund um den Hochegghof.“ Normalerweise liegt die Flächenleistung in der Ebene bei etwa fünf Hektar pro Stunde, so dass man sich vorstellen kann, wie schwierig die Mäharbeit an den Steilhängen war, berichtet Heiland. Weil das Wetter in den folgenden Tagen optimal für die Heuernte war, wurde bereits Mitte der Woche schon das erste Heu mit dem Rechen gewendet, damit es nochmals richtig durchtrocknen konnte, um es dann zügig einzufahren. „Hier war nun erneut richtige Schwerstarbeit gefordert, bei der man immer auf den richtigen Stand am Steilhang achten musste“, erzählt Christian Heiland. Zuerst wurde das Heu mit dem Rechen talwärts den Hang hinunter befördert, um es dann auf einer Folie weiter am Hang hinunterrutschen zu lassen. Unten angelangt, wurde das Heu wiederum von Hand verladen und zum sogenannten „Heustadel“ verbracht, von Hand mit der Gabel abgeladen, so dass am Ende rund siebenmal „Hand angelegt“ werden musste, bis das Heu im Trockenen war.

Tiefsinniger Spruch

Bei dieser schweißtreibenden Arbeit durfte auch das Rasten nicht zu kurz kommen. Dabei hatte der Bergbauer immer seinen aufmunternden Spruch „Die Arbeit in den Bergen ist hart, aber nicht hoffnungslos“ auf den Lippen, erinnert sich Christian Heiland, der diesen Spruch immer in Erinnerung behalten möchte, „denn es steckt einiges an Wahrheit darin und spiegelt das harte Los der Bergbauern sehr treffend wider“, sagt Christian Heiland. Mit leckerem Südtiroler Speck und einem kühlen Bier wurden der verdiente Feierabend und die schöne Landschaft genossen. Am Tag vor der Abreise ging Christian Heiland dann mit dem Motorrad noch auf eine Tour durch die Berglandschaft Südtirols, deren Eindrücke auch nachhaltig in Erinnerung bleiben werden.

 

Von Josef Budai

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