Ein Wortgottesdienst mit Pater Benedikt Hochkofler leitete die Erntedankfeier im voll besetzten Sarner Bürgerhaus ein. „Die Idee, den Bergbauern zu helfen, ist in vielen Köpfen; wir haben den Rahmen geschaffen“, sagte VFA Obmann Georg Mayr und dankte für die große Solidarität, auf die die Bergbauern stoßen. Allein mit einem Beitrag komme das Heu nicht in den Stadel; da brauche es viele Hände.
Vor 13 Jahren wurde der Verein vom Südtiroler Bauernbund, von der Caritas, der Lebenshilfe und dem Jugendring ins Leben gerufen, und der Erfolg war ungeahnt groß. 40 Freiwillige meldeten sich damals, fast 1700 waren es heuer. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ging im Vergleich zu 2008 zwar von13 auf neun Tage zurück, dennoch konnte mit 15.953 Einsatztagen ein weiterer Rekord gebrochen werden. Die zahlenmäßig stärkste Altersgruppe war die Jugend, gefolgt von den 30- bis 40-Jährigen. Knapp die Hälfte der Heller sind Frauen.
„Eure Unterstützung ist unbezahlbar“, sagte Monika Thaler, die die Einsätze koordiniert. Wie andere Jahre stellte auch heuer Deutschland mit 72 Prozent die meisten Helfer. 20 Prozent sind Südtiroler, vier Prozent Italiener. Einige Helfer kommen aus der Schweiz, aus Österreich und erstmals auch aus Amerika, Irland und Dänemark.
„Die große Nachfrage aus Deutschland ist wohl auf die vielen Berichte in deutschen Medien zurückzuführen; es war ein richtiger Ansturm, den wir heuer verzeichneten‘, meinte Thaler. Wie die Bauern sagte auch sie allen ein „Vergelt‘s Gott.“
Es gibt die stille Not auf Südirols Berghöfen, und es sind immer mehr Bauern, die sich im VFA-Büro melden. 294 waren es heuer — um 26 mehr als noch im Vorjahr. Am meisten Ansuchen kamen aus dem Vinschgau und aus dem Burggrafenamt. „Es sind sicher mehr die Hilfe benötigten; hoffen wir, dass auch sie den Weg zu uns finden“, meinte Thaler, die sich über jeden Anruf in ihrem Büro freut.
Für die Bauern kam Luis Thaler zu Wort. Er hat seit es den Verein gibt, freiwillige Arbeitskräfte auf seinem Hof, und er schätzt die Hilfe sehr. Bereichert und mit unvergesslichen Eindrücken kommen die Helfer von ihren Arbeitseinsätzen zurück. „Diese Eindrücke sind der schönste Lohn für uns Freiwillige“, sagte Jürgen Rentschler.
Er dankte auch dem Obmann Georg Mayr (Mitte) und seinen Mitarbeiterinnen Monika Thaler (rechts) und Barbara Obertegger (links), „die mit Herzblut dabei sind“. Stellvertretend für alle ehrte der Verein Männer, Frauen, Familien und Gruppen, die teils seit Jahren, teils erstmals auf den Höfen mit anpackten.
Auf dem Unterkofl-Hof in UIten war die Familie Sedlmayr aus Bayern. Bettina Sedlmayr fährt jetzt mit den Kindern zurück nach Rosenheim. Ihr Mann Thomas bleibt noch eine Woche länger in Ulten. „Es ist noch viel zu tun, vor allem mit dem Brennholz‘, sagt er. Der Abschied fällt allen schwer, auch der Bauernfamilie.