Erlebnisbericht aus dem Ahrntal - Juni 2017

Ein Einsatz, der mein Leben bereichert hat.

Obwohl es eine körperlich anstrengende Arbeit war (eine Kuh „produziert“ am Tag - früh und abends – insgesamt ca. eine Karre Mist), habe ich mich sehr wohlgefühlt und habe eine ganz andere Welt kennengelernt. Eine Welt mit einer Familie, in der es trotz der TÄGLICHEN (der Bauer hat noch nie Urlaub gemacht) anstrengenden Arbeit des Bergbauern von früh bis spät sehr harmonisch zugeht und die nicht von Konsumdenken geprägt ist, wie wir es in der Großstadt gewöhnt sind und dem man sich angesichts der faktisch ständig präsenten Massenmedien nur schwer entziehen kann. Wir hatten am Abend nach getaner Arbeit kein Interesse mehr, den Fernseher einzuschalten. Die Nachrichten von Radio Südtirol zur Mittagspause reichten uns völlig aus (in Berlin werde ich interessehalber wieder mehr Nachrichten „konsumieren“).

Der Bauer geht voll auf in seiner Arbeit. Der Tagesablauf wird von den 18 Kühen, Fersen und Kälbern geprägt. Seine Tierliebe ist bemerkenswert. Die Tiere, sowohl die Kühe als auch die 7 Katzen, haben ihren Namen. Beim Transport der Fersen auf die Sommerweide werden die Tiere sanft mit gutem Zureden davon „überzeugt“ auf den Transport-Lkw zu gehen und nicht mit Gewalt auf diesen getrieben.

Das Leben auf dem Hof beschränkt sich auf das Ursprüngliche. Einmal täglich wird in das Dorf gefahren, um die notwendigen Einkäufe und Erledigungen zu machen und die Post zu holen (diese wird nicht nach oben gebracht).

Ein Mobiltelefon ist unabdingbar, weil der Bauer ja erreichbar sein muss, aber es muss nicht das neueste Smartphone sein. Beindruckend auch der Maschinenpark des Bauern. Um die Technik stets einsatzbereit zu halten, muss der Bauer auch Mechaniker sein und natürlich auch Kaufmann.

Sehr interessant auch die Schilderungen des Bauern über die jüngere Geschichte des Hofes. Elektrischen Strom erhielt der Bergbauernhof erst Anfang der 50er Jahre und die Zufahrtstraße wurde erst zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts asphaltiert. Bis dahin wurden alle Materialien für den Hof zu Fuß nach oben gebracht.

Der Bauer und seine Familie führen ein entbehrungsreiches aber m.E. auch ein glückliches Leben. Für uns scheint dies ein Widerspruch zu sein. Aufgrund des gesunden Ernährung und der harten körperlichen Arbeit kennt unser Bergbauer praktisch keinen Arzt und es gibt nach den Erzählungen viele Alt-Bauern in der Gegend, die 90 Jahre und älter sind.

B. und B. O.

PS: Im August 2017 fahren wir wieder zu „unserem“ Bergbauern

VideoErleben Sie jetzt das Video vom Arbeitseinsatz.
So 21.1
-10 - 5
Mo 22.1
-5 - 8
Di 23.1
-5 - 10