Erlebnisbericht aus dem Pfitschertal September 2010

September 2010 - Erntehilfe im Pfitschertal


Das Wetter hat uns hingehalten! Eigentlich wollten wir alle bereits Anfang des Monats das Heu einbringen. Aber Regen und Schneefall bis auf 1.500 m verhinderten unseren zweiten Erntehilfeeinsatz in diesem Jahr. Die Woche ab dem 20. September versprach wettermäßig stabil zu bleiben – ein Hochdruckgebiet kündigte sich an. Also fuhren wir am Sonntag, 19. September, ins Pfitschertal. Ein herbstliches Tal nahm uns in Empfang: blauer Himmel, z.T. schon buntes Laub an den Bäumen und die Temperatur war ebenfalls schon herbstlich kühl!
 

Nur zur Erinnerung: Das Pfitschertal befindet sich an der Südseite der Zillertaler Alpen; bei Sterzing (wir befinden uns hier in Südtirol) gleich links weg und durch die Ortschaft Wiesen/Prati bis zur großen Geländestufe. Über diese hinauf erreicht man schon eine Höhe von etwa 1.500 m. Links am Hang liegt die Ortschaft Kematen. Und nach gut 20 km erreichen wir den letzten Ort im Pfitschertal: St. Jakob.



Im Bild oben die alte Kirche, von der eigentlich nur der Turm übrig ist. Das Kirchenschiff wurde vor vielen, vielen Jahren von einer Lawine zerstört und wieder aufgebaut. Trotzdem wurde eine neue Kirche im Ortszentrum gebaut. Die alte Kirche ist nicht mehr „im Betrieb“. Von hier aus sind es nur noch etwa 4 km und wir hatten unser Ziel erreicht: den Huiserhof, auf dem wir unsere Erntehilfe leisten werden. Nach der Begrüßung durch den Bauern, Josef oder auch Seppl, bezogen wir unser Zimmer im ersten Stock, richteten uns ein und schauten uns erst mal um. Gemäht waren die unteren Wiesen, unterhalb der Hangstraße. Die Wiesen am Talboden wie auch die Wiesen an den steilen Hängen waren noch nicht bearbeitet. Wir waren die ersten Helfer am Hof. Heinrich und Arnold, die Ihr ja von unserem Bericht vom Juli dieses Jahres kennt, wollten erst am Montag bzw. Dienstag kommen. Also verbrachten wir den ersten Abend im Pfitschertal ruhig im Gespräch und mit dem Austausch von den Neuigkeiten, die sich seit Juli ereignet hatten.



Die nächsten Tage, um es kurz zu machen, hielten, was die Wetterprognosen vorhergesagt hatten: Schönes, wenn auch kühles Herbstwetter. Kein Niederschlag! – was wohl das wichtigste war. Die folgenden Tage begannen klar und kalt. Die Wiesen waren morgens nass vom Tau, so dass unser Arbeitstag erst um etwa 11 Uhr begann. Die Sonne war stark genug, den Tau zu verdampfen und das gemähte Gras halbwegs zu trocknen. Wir wendeten es, rechneten es zusammen bzw. den Hang hinunter zum Traktor. Bis 18 Uhr mussten wir damit fertig sein. Denn kaum war der Schatten da, wurde es schlagartig feucht und feuchtes Heu kann man natürlich nicht einbringen!



So ging das bis Mittwoch dahin. Dann änderte sich der Himmel: eine Wetteränderung kündigte sich an. Auch im Fernsehen wurde dieser Wettersturz angekündigt: Kälteeinbruch und Niederschlag und Schneefall bis auf 1.500 m! Das war natürlich eine Motivation! Und wirklich: In den nächsten Tagen gab es keinen wolkenlosen Himmel mehr. Die Wolken aus dem Süden wurden immer dichter, stauten sich an den Bergen und am Samstag war es dann so weit: Schneefall bis ins Tal! An ein weiteres Einbringen war nicht zu denken. Die drei gemähten Wiesen oben am Hang müssen warten, bis es wieder sonniger wird. Auch das Mähen der Talwiesen war natürlich nicht möglich; nur hier ist das Problem ein kleineres. Dieses Gras ist als Silofutter geplant und hat somit noch etwas Zeit. Die Kühe von den Almen hinter dem Pfitscherjoch und von den Bergwiesen sind in Gruppen und von alleine ins Tal und zu ihren Höfen gegangen! Also kein romantischer und aufgebüschelter Almabtrieb, wie es zwar in Nordtirol und Bayern, aber hier im Pfitschertal sowieso nicht üblich ist. Heinrich und Arnold sind nach Hause gefahren. Wir wollten noch die kommende Woche hier bleiben, auf besseres Wetter warten und auch noch das restliche Heu einbringen.
 


Aber die Wetterprognosen sagten sehr wechselhaftes Wetter voraus. Nur am Mittwoch ein bisschen Sonnenschein mit niedrigen Temperaturen! Die Berge, hier der Hochfeiler, zeigten sich in winterlicher Pracht! Also packten wir unser Zeug zusammen und machten uns am Montag nach dem Frühstück auf den Heimweg ins Zillertal! Es waren fünf Tage harte Arbeit! Ein, zwei Tage hätten wir noch gebraucht und alles wäre in der Scheune gewesen. Aber so ist es nun mal: das Wetter ist – Gott sei Dank – nicht planbar! Und das ist auch gut so, auch wenn es diesmal so nicht recht war! Es war wieder eine schöne Woche mit lieben Menschen in diesem engen Hochgebirgstal. . . . und wenn's möglich ist, so werden wir nächstes Jahr wieder als freiwillige Erntehelfer im Pfitschertal sein!

Jetzt noch einige Bilder von dieser arbeitsreichen Woche:
  
Stallarbeit Maschinen- und Fuhrpark                   
Vollmond in der Nacht vom 23. auf den 24. September
 
Das Heu wird zu „Schübln“ aufgebaut,                Herrliche, verschneite Berge um das Pfitschertal 
zusammengebunden und dann den Hang
hinter gezogen

           
  
Abendwolke über dem Pfitschertal                       Heukorb
VideoErleben Sie jetzt das Video vom Arbeitseinsatz.
Sa 19.5
5 - 23
So 20.5
6 - 20
Mo 21.5
5 - 20