Erlebnisbericht aus dem Wipptal - März 2017

Mitte März bekam ich einen Anruf von Monika Thaler, dass es im Pfitscher Tal einen Notfall gibt weil der Bauer wegen einer Operation am Hüftknochen für ca. 3 Wochen keine Stallarbeiten verrichten durfte. Da Ich wegen einer vorherigen Anfrage vom VfA schon meinen Terminkalender gecheckt hatte, konnte ich sofort zusagen.

Die Anreise in das mir bis dahin unbekannte Pfitscher Tal gestaltete sich auf grund des frühlingshaften Wetters problemlos, der Empfang durch die Bauersleute und ihre 3 Kinder war herzlich und ich fühlte mich vom ersten Moment an fast schon wie zuhause. Die älteste Tochter hatte sogar einen Kuchen zur Begrüssung gebacken und die jüngere Schwester hat schon den ganzen Morgen gefragt, wann ich denn komme.

Abends gings dann gleich mit in den Stall, um die Abläufe sowie die Bedienung der Melkanlage kennenzulernen, damit ich in den nächsten 2-3 Wochen die 16 Milchkühe, 10 Jungtiere, 3 Kälber, 17 Hühner und 2 Katzen ohne weitere Mithilfe des Bauern problemlos versorgen konnte.

Weitere Tätigkeiten waren in dieser Jahreszeit noch nicht erforderlich, aber wegen des guten Wetters konnten trotzdem die Wiesen gestriegelt, die Waldränder geputzt und einige Baumstämme zur Weiterverarbeitung als Brennholz aus dem Wald gezogen werden. Der Bauer, der auch Jäger ist, wollte vor der Operation noch das gute Wetter nutzen und so wurde am 2. Tag der Rucksack gepackt und es gab eine kleine Wanderung ein Stück rauf Richtung Alpe in der leider nicht eingetretenen Hoffnung einiges an Wild zu entdecken. Da auf ca. 1800 m noch einiges an Schnee lag wurde der Weg ohne Schneeschuhe etwas beschwerlich und so machten wir uns an einer kleinen Hütte über den Inhalt der Rucksäcke her, bevor es wieder nach unten ging. Wegen der großzügigen Arbeitsgestaltung hatte ich in der Folge mehrfach Gelegenheit das Tal auf eigene Faust zu erkunden. Auch ein paar Besuche in der Nachbarschaft, z. B. bei einer anderen Helferin oder bei der Bäuerin meines ersten Einsatzes bei dem VfA waren möglich.

Ein Highlight gab es dann gleich am 3. Tag. Der Bauer musste morgens zur Operation ins Krankenhaus nach Brixen als Monika Thaler mit einer Bitte an die Bauersleute herantrat. Anlass war die Hauptversammlung des Vereines Freiwillige Arbeitseinsätze und aus diesem Grund sollte ein Bericht über die Arbeit des VfA in der Tagesschau des RAI Südtirol ausgestrahlt werden. Die Bauersleute waren damit einverstanden, wollten bzw. konnten aber nicht selbst in Erscheinung treten und so bekam ich die ehrenvolle Aufgabe, den Fragen des Reporters Rede und Antwort zu geben. Auf diese Weise kam ich zu meinem ersten Fernsehauftritt und mein Bekanntheitsgrad in der Region stieg enorm an.

In den letzten Tagen durfte der Bauer langsam wieder aktiver werden und er konnte sich (hoffentlich) davon überzeugen, dass im Stall alles in Ordnung ist. Auf grund des zwischenzeitlich eingetretenen winterlichen Wetters wurden ein paar Basteltage eingelegt. Der Bauer hat als gelernter Tischler eine gut ausgestatte Werkstatt und ich durfte aus schon länger vorbereiteten Birkenhölzern an der Drechselmaschine Holzschalen herstellen.

Nun sind die knapp 4 Wochen fast schon wieder rum und ich möchte mich bei der Bauernfamilie und den örtlichen Verwandten ganz herzlich für die Integration in den Alltag bedanken, ganz besonders aber bei der Bäuerin für die hervorragende Versorgung, ich habe mich zu keiner Zeit als Fremder gefühlt und hoffe dass es allen anderen auch so ging. Sicher werde ich wiederkommen und das schöne Tal und die Berge rundherum weiter zu erkunden und erwandern.

VideoErleben Sie jetzt das Video vom Arbeitseinsatz.
Mo 23.7
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Di 24.7
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Mi 25.7
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