Oberbergische Volkszeitung - August 2018

SÜDTIROL/RÜNDEROTH

Sandstrand, Meer und Entspannung. Eine klassische Urlaubsidylle - gegen die sich der 69-jährige Christoph Gissinger und sein Sohn Christian entschieden haben.

Stattdessen haben sich Vater und Sohn entschlossen, in diesem Sommer die Bergbauern aus Südtirol bei der Heuernte zu unterstützen. Eine Woche lang arbeiteten die Ründerother im Passeiertal mit Fadenschneider und Rechen.

„Ich habe einen Bericht zur ehrenamtlichen Unterstützung von Bergbauern gesehen und mich dann darüber informiert“, erzählt der Rentner. Da fiel die Entscheidung auch ziemlich schnell. Der frühere Volksbanker ist nämlich selbst viel ehrenamtlich tätig, namentlich bei Ründerother Heimat - und Verschönerungsverein und bei der Feuerwehr.

Nachdem ein Fragebogen ausgefüllt war, startete der Farmurlaub im Passeiertal schon bald. Auf 1700 bis 2000 Metern Höhe ging es ans Eingemachte. Christoph und Christian unterstützen die Bauernfamilie dieses Jahr zum ersten Mal bei der Heuernte.“ Es hat uns so gut gefallen, dass wir den Bauersleuten im nächstes Jahr wieder helfen wollen - natürlich wenn auch die Gesundheit mitspielt“, sagt der 69-Jährige.

Die Arbeit war nämlich kein Honigschlecken. Morgens ginge es nach dem Frühstück auf die Hochalm, berichtet Gissinger. „Die ist eine halbe Stunde vom Hof der Bauern entfernt“. Dann wurde gemäht. Doch nicht alles konnte maschinell gemacht werden. „Es ist teilweise so steil, dass Fadenschneider und Mähbalken zum Einsatz kommen.“ Das ganze Heu müsse dann mit einem Rechen von Hand zusammengesammelt werden.

„Abends merkte man schon die Knochen“, gibt der Ründerorther zu. Doch die harte Arbeit sei durch gute Küche und die herrliche Aussicht entschädigt worden.

Warum sich der 69-jährige Rentner für so einen Urlaub entschied, kann er klar beantworten: „Ich wollte einfach die Lebensweise der Bergbauern kennenlernen.“ Dauerhaft solch ein Leben zu führen, könne er sich aber nicht vorstellen. Es sei doch mit sehr vielen Einschränkungen verbunden. Vater Christoph und Sohn Christian sind auch weiterhin in Kontakt mit der Familie und tauschen Bilder aus- wie zum Beispiel vom zweiten Schnitt Heu, der kürzlich geerntet wurde. „Die Zufriedenheit, etwas sinnvolles getan zu haben, ist für mich das Wertvollste, das ich aus diesem Urlaub mitnehmen durfte - mein Sohn und ich würden es sofort wieder tun“, schwärmt Gissinger.

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