Südtiroler Landwirt - Oktober 2009

Knapp 1700 Freiwillige haben bis Ende September den Bergbauern im Stall, auf dem Feld, in der Küche oder bei der Betreuung von Kindern und Senioren unterstützt. Ungebrochen groß ist die Hilfsbereitschaft bei Bürgern aus der Bundesrepublik Deutschland.

45 % mehr als 2008

Seit 13 Jahren vermittelt der VFA freiwillige Helfer auf extreme Südtiroler Bergbauernhöfe. 1996 waren es noch bescheidene 40. Heuer waren es bisher 1689. VFA Obmann Georg Mayr freut sich: „Die Nachfrage nach freiwilligen Einsätzen ist ungebrochen. Heuer haben sich 522 Freiwillige mehr gemeldet als 2008. Das entspricht einem Anstieg von 45 Prozent. Bei der Hilfsbereitschaft ist jedenfalls keine Krise festzustellen.“ Er ist überzeugt: „Die freiwilligen Helfer leisten einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Berglandwirtschaft, denn Förderungen bringen noch kein Heu in den Stadel.“ Viele Bergbauernfamilien könnten heute die anfallende Arbeit besonders bei der Heuernte nicht alleine bewältigen. „Daher gilt allen Freiwilligen unser ganzer Dank“, sagt Mayr.

Hilfe im Wert von 1,8 Mio. Euro

Insgesamt haben die Freiwilligen knapp 16.000 Einsatztage geleistet. Das sind 2464 mehr als im Vorjahr. Die Freiwilligen waren auf 294 Höfen verteilt, 2008 waren es 268 Höfe, die um eine Arbeitshilfe angesucht hatten. Müsste die Arbeit von den Bergbauern bezahlt werden, wären über 1,8 Mio. Euro fällig.

Viel Werbung in Deutschland

Besonders stark waren auch 2009 wieder die Helfer aus der Bundesrepublik Deutschland. Vereinskoordinatorin Monika Thaler berichtet: „72 Prozent der Freiwilligen sind aus Deutschland, knapp 20 Prozent kommen aus Südtirol und vier Prozent aus italienischen Regionen. Der Rest verteilt sich auf die Schweiz und Österreich. Erstmals waren heuer auch Helfer aus den USA, Irland und Dänemark im Einsatz.“

Zurückzuführen ist die große Nachfrage aus Deutschland nicht nur auf die Mundwerbung der Freiwilligen, sondern besonders auf die vielen Berichte in deutschen Medien. „Heuerhaben das ZDF, SAT 1,RTL, ORF, WDR und. Salzburg TV über den Freiwilligen Arbeitseinsatz berichtet. Zudem wurden im Stern, im Lufthansa Magazin und in verschiedenen deutschen Lokalzeitungen und Magazinen Reportagen veröffentlicht“, freut sich Monika Thaler über die gelungene Öffentlichkeitsarbeit. Damit leiste der Freiwillige Arbeitseinsatz eine wichtige Imagewerbung für das Urlaubsland Südtirol.

Freiwillige Engel immer weiblicher

Erfreulich ist weiters, dass ein Drittel der „freiwilligen Engel“ jünger als 20 Jahre ist. 30 Prozent sind zwischen 21 und 40 Jahre alt. Zugelegt haben die Frauen: Mittlerweile ist fast jeder zweite Helfer weiblich.

Einziger Wehrmutstropfen in der Erfolgsbilanz: Der Rückgang der Zahl der durchschnittlichen Einsatzdauer. „2006 war jeder Freiwillige im Durchschnitt 13 Tage auf einem Hof, 2009 waren es ‚nur‘ neun Tage‘, so Thaler. Auch die Zahl der Einheimischen ist um fünf Prozent gesunken.

Auf der Feier nutzten Obmann Georg Mayr und Koordinatorin Monika Thaler die Gelegenheit, den Sponsoren Stiftung Sparkasse, Amt für Senioren und Soziales, Amt für Kabinettsangelegenheiten, Raiffeisenkasse Bozen und dem Sennereiverband Südtirol zu danken. Die Feier in Sarnthein ist zusätzlich von der Südtiroler Sparkasse, Mila, Loacker, EOS - Speckkonsortium, Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft, Athesia, VOG, Messner Mountain Museum. und der Kellerei Bozen-Gries unterstützt worden.

VideoErleben Sie jetzt das Video vom Arbeitseinsatz.
So 12.9
12 - 26
Mo 13.9
12 - 27
Di 14.9
14 - 26