Dolomiten – Mai 2020

Dolomiten – Mai 2020

„Können nicht allen helfen“

Bozen (ih). „Alles steht und fällt mit den Deutschen“, sagt Monika Thaler vom Verein Freiwillige Arbeitseinsätze – irgendwo zwischen Hoffen und Bangen. Wobei sie jetzt schon sicher ist, dass sie nicht allen Bergbauern heuer wird helfen können: „Einige werden heuer alleine zurecht kommen müssen“, befürchtet sie.Bislang konnte natürlich noch überhaupt keine Hilfe aus Deutschland oder Italien auf einen der Bergbauernhöfe geschickt werden. „Die Situation ist chaotisch“, erklärt Thaler. Teilweise habe sie Absagen bekommen, teilweise seien Einsätze offen und keiner weiß, ob sie tatsächlich zustande kommen, teilweise mussten Einsätze verschoben werden. Und die jüngste Drohung aus Rom, die Lockerungen wieder rückgängig zu machen, wenn sich die Bevölkerung nicht an die Schutzmaßnahmen halte, sorgt nun für zusätzliche Verunsicherung. Denn damit sind nun noch nicht einmal mehr Einsätze von Personen aus dem Staatsgebiet sicher. In einigen wenigen Fällen seien es auch die Bergbauern selber gewesen, die den Einsatz für heuer aus Angst um die Gesundheit und vor dem Virus abgesagt haben: „Gerade wenn die Bauersleute schon älter sind oder es Risikopersonen im Haushalt gibt, ist die Sorge groß. Der ein oder andere verzichtet da lieber auf die Hilfe, lässt vielleicht sogar die eine oder andere Wiese ungemäht. Die Gesundheit geht vor“, berichtet Thaler. Es herrsche einfach viel Angst und viel Unsicherheit, auch wie das mit den Sicherheitsmaßnahmen am Hof mit Helfern gehen soll.Auch bei den freiwilligen Helfern: „Wir haben durchaus Absagen bekommen von Personen, die unabhängig davon, ob die Grenzen aufgehen oder nicht, sich heuer einfach nicht darüber hinaus sehen“, erzählt Monika Thaler. „Andere sagen ab, weil sie ihren Urlaub schon aufbrauchen mussten, andere, weil sie im Gesundheitsdienst sind oder für die Kinderbetreuung im Sommer eingesetzt werden und deshalb nicht kommen können. Es haben aber auch Leute ihren Arbeitsplatz verloren und können deshalb nicht mehr kommen“, berichtet Monika Thaler von den unterschiedlichsten Sorgen und Nöten der Leute, die sie so unfreiwillig täglich mitbekommt.

„Die meisten unserer Freiwilligen wollen aber unbedingt kommen und versuchen alles, von Abwarten und Termin verschieben bis hin zu Fahrten ins Ungewisse“, sagt Thaler. „Sie sind alle unglaublich nett“, sagt sie bewegt. Auch denen, die absagen würden, würde dies erkennbar leid tun. Derzeit bleibt ihr in erster Linie die Hoffnung, „dass mit 3. Juni viele kommen dürfen und mit Mitte Juni dann auch die Deutschen anreisen“. Vielleicht entscheide sich dann ja auch der ein oder andere noch kurzfristig zu einem freiwilligen Arbeitseinsatz, weil vielleicht der an sich geplante Urlaub ausfällt.

Auch auf Südtiroler Hilfe hofft sie; „es ist nicht nichts, wir spüren schon große Solidarität aus der Südtiroler Bevölkerung, und einige zusätzliche Helfer haben schon angefragt“.