Freiwillige Arbeitseinsätze Schwieriger Start nach dem Corona-Lockdown 

Freiwillige Arbeitseinsätze Schwieriger Start nach dem Corona-Lockdown 

Freiwillige Arbeitseinsätze

Schwieriger Start nach dem Corona-Lockdown 

Der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze EO hat wie viele andere Vereine und Organisationen auch unter der Corona Krise gelitten. Bei der Vollversammlung am 4. Juni wurden die weiteren Hilfsmaßnahmen für die Bergbauern und die finanzielle Absicherung des Vereins besprochen.

Bei den Vollversammlungen des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze EO (VFA) in den vergangenen Jahren stand neben der großen Dankbarkeit immer auch die Sorge um das finanzielle Überleben im Mittelpunkt. Kleinere und größere Spender wie die Landesverwaltung (Resort für Senioren und Soziales), die Stiftung Sparkasse, Banken, öffentlichen Organisationen und Private hielten dem Verein die Stange.

Im Jahr 2019 konnte der Verein ein positives Jahresergebnis aufweisen und damit das Negativkapital der vergangenen Jahre weiter abfedern. Zudem hat Landesrätin Waltraud Deeg zugesichert, die Unterstützung in den nächsten Jahren beizubehalten. Ein großes Geschenk machten viele freiwillige Helfer, die teils Spenden sammelten und teils auch selbst spendeten.

VFA-Obmann Georg Mayr versicherte den Spendern und Unterstützern, dass das Geld effizient eingesetzt werde: „Mit 18.500 Einsatztagen und 2000 Helfern generieren wir einen umgerechneten Umsatz von 1,5 Millionen Euro: Die Verwaltungskosten von zehn Euro pro Tag sind da mehr als verträglich!“

Corona Krise trifft auch den Verein

Auf der Vollversammlung blickten die Vereinsmitglieder auch auf die ersten fünf Monate des heurigen Jahres zurück. Das Jahr war vielversprechend angelaufen, es hatten sich mehr freiwillige Helfer gemeldet. Der Lockdown und die damit einhergehende allgemeine Verunsicherung trafen in der Folge auch den Verein sehr hart. „Die für die Monate März, April und Mai eingeplanten Helfer mussten ihre Einsätze absagen bzw. verschieben, ganze zwei Monate kamen keine Anmeldungen mehr an, einige Helfer zogen ihr Hilfsangebot zurück. Viele Helfer haben ihre Einsätze auf später verschoben und gar einige wollen an ihren Einsätzen weiterhin festhalten“, sage Obmann Georg Mayr. Leider können nicht allen Hilfsanfragen der Bauern nachgekommen werden.

Dies belegen auch die Zahlen des heurigen Jahres: Bis zum 31. Mai hatten sich zwar 1.478 Helfer angemeldet, also in etwa so viele wie die Jahre zuvor, jedoch konnten diese bis dahin nur 956 Einsatztage leisten, das sind nur ein Drittel so viele wie die Vorjahre.

Seit Ende Mai melden sich dankenswerterweise viele Südtiroler für Einsätze an und mit der Öffnung der Grenzen kommen auch wieder Helfer aus Deutschland. So kann einigen Bauern eine Unterstützung gewährt werden, wenn auch längst nicht allen. Dieses Jahr wird keine normale Saison werden, zumal sich die Bauern und die Helfer an die, in Italien aktuell geltenden, strengen Sicherheitsauflagen zur Eindämmung des Coronavirus halten müssen.

 

Großteil der Helfer aus Deutschland

Die Freiwilligen aus Deutschland machen in normalen Zeiten etwa drei Viertel der Helfer aus. Daher ist die Medienarbeit in Deutschland besonders wichtig. „In Südtirol melden sich vor allem Menschen aus städtischen Gebieten. Insgesamt helfen vor allem Menschen, die voll im Berufsleben stehen“, berichtete Mayr. Männer und Frauen halten sich dabei die Waage.

Große Anerkennung zollten dem Verein die Vertreter der vier Trägerorganisationen – der Südtiroler Bauernbund, die Caritas, der Jugendring und die Lebenshilfe. Weitere Gäste konnten heuer an der Vollversammlung leider keine teilnehmen. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler bedankte sich besonders für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Der VFA Obmann, der Vorstand, die neuen Mitglieder, die Koordinatorin Monika Thaler und ihre Mitarbeiter leisten jedes Jahr großartige Arbeit. Es sei nur zu hoffen, dass sich die Situation rund um die Corona-Virus-Krise bald wieder normalisiere und die viele Organisationsarbeit Früchte tragen könne.

Dickes Lob für die Leitung des Vereins kam auch von Landesrätin Waltraud Deeg. Sie wies im Besonderen auf die Solidarität hin, die gerade in schwierigen Zeiten wie diesen fundamental sei. Es sei bewundernswert, dass so viele Freiwillige ihre Freizeit nutzen, um die Bergbauern zu unterstützen.

Hubert Messner, der selbst Arbeitseinsätze leistet und nun Mitglied des Vereins ist, richtete sich hingegen an die Südtirolerinnen und Südtiroler. Nun seien sie gefragt, die lokalen Landwirte zu unterstützen.

Bei den Neuwahlen wurden der amtierende Obmann Georg Mayr und der Vorstand mit Brigitte Hofmann, Claudia Tscholl und Kevin Hofer einstimmig wiedergewählt.

Foto 1 (vl.) Monika Thaler (Koordinatorin), Kevin Hofer (Vorstand stellv. für den Jugendring), Claudia Tscholl (Vorstand stellv. für die Lebenshilfe), Brigitte Hofmann (Vorstand stellv. für die Caritas), Georg Mayr (Obmann stellv. für den Südtiroler Bauernbund), Hubert Messner (Mitglied), Leo Tiefenthaler (Obmann des Südtiroler Bauernbundes)

Foto 2: VFA Obmann Georg Mayr blickt auf die Zahlen des vergangenen Jahres zurück: 2019 wurde über 18.500 Tage Freiwillige Arbeitseinsätze geleistet.

Foto 3 (v.l.): Kevin Hofer (Vorstand stellv. für den Jugendring), Landesrätin Waltraud Deeg, Claudia Tscholl (Vorstand stellv. für die Lebenshilfe), Brigitte Hofmann (Vorstand stellv. für die Caritas), Georg Mayr (Obmann stellv. für den Südtiroler Bauernbund), Hubert Messner (Mitglied), Monika Thaler (Koordinatorin)