Erlebnisbericht aus dem Pfitschtal – Juli 2026

Erlebnisbericht aus dem Pfitschtal – Juli 2026

Tja, da sitzt man da und sucht nach einem geeigneten Geschenk fürs 60-te Wiegenfest der Ehefrau. Mein Radar war vermutlich abgeschaltet, als sie Hinweise zu dem gab, was sie gerne mal machen würde.
Dann fiel mir doch irgendwann ein, meine Frau wollte immer mal gerne auf einer Alpe oder Bergbauernhof arbeiten. Mister Google gefragt, der kannte die Lösung: „Bergbauernhilfe Südtirol“. Mail geschrieben, schnell wurde Kontakt hergestellt, es blieb bis zum Geburtstag im Mai inkognito. Ihre Geschäftsleitung spielte bei der Urlaubsplanung mit, das Geschenk am Geburtstag ein Volltreffer!
Schnell konnte ein Hof ausgesucht werden und unsere Reise aus dem Rheinland begann frühzeitig, sodass wir in Sterzing übernachten konnten. Am 04.07.2026 checkten wir im Hotel aus und wurden zu unserem weiteren Reiseziel befragt. „Erntehilfe im Pfitschtal“. Oh, „ans Ende der Welt“ bekamen wir mit einem Lächeln auf dem Gesicht zur Antwort.
Das erste Mal in Südtirol beschäftigte uns dieser Satz auf den 17 Kilometern vom Hotel zum Hof.
Die Bauersleute mit Kindern empfingen uns herzlich, die Stimmung war super und das Ende der Welt war zumindest hier noch nicht erreicht.
Zimmer bezogen, Kurzeinweisung erhalten, Umziehen und Mittagessen. Läuft, Marion brauchte hier keinen Hausfrauendreikampf zu führen. Nach dem Mittag gings bei bestem Wetter in die Bergwiese am Hof.


Heu rechen war angesagt, das trockene Heu sollte Samstag noch geborgen werden. Nunja, aufgrund unserer Vergangenheit auf den jeweiligen elterlichen Höfen zuhause war alles schnell erklärt.
Der große Unterschied: Solche Steillagen kannten wir bei der Heuwerbung nicht.
Die Handarbeit braucht Pausen: 

Einfach herrlich bei dieser tollen Witterung.
Heu war in der Scheune, nach dem Kaffee (hier Marende) ab in den Stall.


Sonntag ist eigentlich ein freier Tag. Aber so war und ist es bei uns zuhause, das Heuwetter fragt nicht nach dem Wochentag. Wenn Wetter ist wird Heu gemacht. War doch klar, wir waren voller Tatendrang.
Nur die Wiesen wurden immer steiler. Dienstags meinte meine Frau dann zu mir:
Schenke mir bitte nie wieder was zum Geburtstag.
Ist eben anstrengend in den Steillagen. Es hieß jetzt durchhalten!


Die Kondition wurde von Tag zu Tag besser!


Mit dem letzten Tag des vorhergesagten Heuwetters waren alle gemähten Flächen geräumt.


Unsere Zeit in Südtirol ging damit auch zu Ende. Die Eindrücke und Erfahrungen mit tollen Menschen wirken nach.
Ein Dankeschön an die Bauernfamilie für das wertschätzende Miteinander, die guten Gespräche über das Leben damals und heute nicht am, sondern wenn überhaupt vor dem Ende der Welt!
Die Bergbauernhilfe Südtirol macht hier einen fantastischen Job zur Unterstützung der Landwirtschaft in einer anspruchsvollen und erhaltenswerten Kulturlandschaft.
Wir können interessierte Menschen nur zu einer solchen Hilfe ermutigen. Zumindest wenn die „Chemie“ zwischen den Parteien stimmt, bleiben tolle und wertvolle Eindrücke sowie Erfahrungen. Das Glück ha en wir.
Haltet durch! Wir kommen wieder!
Marion und Andreas aus Deutschland.