Erlebnisbericht aus dem Pustertal – Juni 2026

Erlebnisbericht aus dem Pustertal – Juni 2026

Am Sonntag 28. Juni bin ich gut versorgt mit Tiroler Spezialitäten, von meinem 15 tägigen Einsatz im unteren Pustertal zurückgekommen. Ich weiß nicht mehr genau der wievielte Einsatz, aber es ist ja auch kein Wettbewerb, denn jede einzelne helfende Hand ist wichtig! Bei einem neuen Hof ist die Entscheidung im Vorfeld nie einfach und es beschäftigen einen auch Gedanken ob man zur Familie passt oder gut genug ist, aber die ersten telefonischen Kontakte mit dem Bauern der in den letzten Jahren unfalltechnisch viel Unglück hatte und derzeit auf Krücken angewiesen ist verliefen sehr positiv. Bei meiner Ankunft am Hof setzte sich dieser Eindruck fort. Der Empfang war sehr herzlich, Hündin Jacky bellte anfangs zwar wie es sich für einen guten Wachhund gehört, aber nach kürzester Zeit akzeptierte sie mich wie ein Familienmitglied. Der fünfjährige Sohn nahm mich sofort bei der Hand und führte mich um das ganze Anwesen um mir jeden Traktor, jedes Arbeitsgerät, Stall, Scheune, Milchkammer usw. zu zeigen.

Bei der täglichen Stallarbeit war ich fürs ausmisten und das füttern von Heu und Silage und das verladen der Milchtanks zuständig, zweimal durfte ich wieder das Wunder der Geburt miterleben, allerdings war auch der Tierarzt zu unterstützen als eine Kuh Milchfieber bekam. MÄHEN ODER NICHT MÄHEN, das war die Frage in der ersten Woche da der Wetterbericht sehr unbeständig war, beziehungsweise unterschiedliche Wetterdienste unterschiedliche Aussagen tätigten.

Nach dem einbringen von Heu das bei meiner Anreise schon gemäht war, ging es mit dem Zapin in den steilen Bergwald zum Holzrücken. Als die Wetterprognosen stabiler wurden, durfte ich nach vielen Jahren wieder einmal den Motormäher in Betrieb nehmen. In neuen und unbekannten Wiesen ein herausforderndes Unterfangen durch Steine und Schachtdeckel, die Abtrift am Hang beachten, möglichst die Mähbreite auszunützen aber keine Streifen Gras stehenlassen, aber nach einiger Zeit war ich wieder drin und bekam halbwegs elegante Wendemanöver hin. Der Bauer stand am Rand der Wiese und unterstützte mich in der Anfangsphase mit guten Tipps und war mit dem Ergebnis auch zufrieden. Die nächsten Tage bestanden aus mähen, händischem wenden und Heu einbringen, dazwischen gibt es immer wieder einen Arbeitstag im Wald.

Den freien Tag nutzte ich um den Ort und die Sehenswürdigkeiten zu erkunden, am Nachmittag nahmen mich der Bauer und seine zwei Söhne mit auf eine kleine Alm abseits vom Massentourismus mit wundervoller Aussicht.

Es waren zwei Wochen mit harter Arbeit, aber auch gutem Schlaf und Stressfasten für den Kopf. Die Zusammenarbeit mit allen Familienmitgliedern hat sehr gut funktioniert, Verwandte die zu Besuch kamen waren sehr freundlich und dankbar. Die Unterkunft war sehr ordentlich, das Essen ausgezeichnet und reichlich und die Getränkeversorgung für die Arbeit in Wald und Wiese war vorbildlich.

Einen Überraschungsbesuch der Bergbauernhilfe haben wir leider verpasst da wir zu diesem Zeitpunkt im Wald gearbeitet haben. 

Liebe Grüße aus Österreich, Andreas