Erlebnisbericht aus dem Vinschgau – August 2026

Erlebnisbericht aus dem Vinschgau – August 2026

Schwups, da war sie rum die Woche auf dem meinem Einsatzhof. Und auch, wenn es vielleicht vernünftig war, sich an den ersten Einsatz mit einem etwas kürzeren Zeitraum ranzutasten, fand ich es nach der Woche dann super schade, schon so schnell wieder abzureisen.

Meine Woche auf meinem Einsatzhof startete mit meiner Ankunft am Sonntag. Ich wurde gleich super herzlich aufgenommen und mir wurde dann drei Stunden lang der Hof u.a. mit dem Offenstall für die Kühe, gezeigt, sehr viel erklärt, (wovon ich einen nicht geringen Anteil auch sofort wieder vergaß) und ich bekam einen kleinen Überblick über die in der Woche anstehenden Aufgaben. Abends wurde ich dann gleich mit in den Stall genommen und wurde dann auch praktisch ins Misten und wie ich beim Melken helfen kann, eingewiesen.

Meine Woche bestand dann auch in großen Teilen aus der Arbeit im Stall und um den Stall herum. Dazu gehörten dann auch den Mischwagen fürs Futter zu beladen, beim Umstapeln der Ballen zu helfen, die Milchsammelbehälter zu reinigen usw.

Den zweiten Schnitt für die Silage konnten wir aufgrund der vielen Gewitter und der dadurch oft zu nassen Hänge nur an zwei Tagen machen. Ich wurde ins Rechen beziehungsweise, wie man in der Gegend sagt, „Rechnen“ eingewiesen und auch wenn das sicher noch ausbaufähig ist, hatte ich dann am zweiten Tag den Dreh auch einigermaßen raus, wie man stabil am Hang steht und dabei den Rechen zumindest einigermaßen locker schwingt.

Auch wenn die Aufgaben körperlich oft anstrengend waren und ich abends immer müde ins Bett geplumpst bin, war es super spannend, all diese Aufgaben kennenzulernen und zudem war ich selten gedanklich so schnell so komplett raus aus meinem Alltag, der sich irgendwann einfach nur noch sehr weit weg anfühlte.
Insgesamt habe ich die Zeit auf dem Hof sehr genossen und mich dort schnell eingelebt. Der Bauer und seine Partnerin haben mich super in ihren Alltag integriert, mir mit wahnsinniger Geduld die gleichen Sachen auch dreimal erklärt und waren nie genervt, wenn ich ihnen Löcher in den Bauch gefragt habe.
Diese Woche war gefühlt viel zu kurz und gleichzeitig war sie lang genug dafür, um ganz viel mitzunehmen …. Neben neuem Wissen (ich weiß jetzt u.a., was eine Großvieheinheit ist!), neuen Erfahrungen, einem tieferen Verständnis dafür, was an so einem Liter Milch alles dranhängt, habe ich erleben dürfen, was es für einen Bauer / eine Bäuerin bedeutet, in dieser Lage einen landwirtschaftlichen Betreib mit Milchvieh zu betreiben und habe die allergrößte Hochachtung dafür.
Das Schönste, was ich aber mitnehmen durfte, war der große Wunsch im nächsten Jahr wiederzukommen – und zwar dieses Mal länger.