Dolomiten – Oktober 2026

Dolomiten – Oktober 2026

30 Jahre und immer noch Lust zum Anpacken

SOZIALES: Verein Freiwillige Arbeitseinsätze lädt zu Erntedankfeier und begeht rundes Jubiläum – Heuer bereits 1.673 Freiwillige vermittelt – 14.910 Einsatztage verzeichnet

Wenn man schon das große Glück hat, einen evangelischen Pfarrer als engagierten Freiwilligen zu haben, muss man es nutzen: bei der traditionellen Erntedankfeier im Zeichen des 30-kährigen Bestehens des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) hielt Christian Herrmann aus Baden-Württemberg am Samstag im Sarner Bürgerhaus eine ökonomische Wort-Gottes-Feier.

Im Hinblick auf Erntedank meinte der Geistliche, dass nicht nur materielle Dinge das Leben bereichern würden. Er verwies dabei u.a. auf Begabungen, auf Menschen, die unverzichtbar seien, sowie auf Erlebnisse und Erfahrungen bei den Familien bei denen die Helfer und Helferinnen im Sommer im Einsatz gewesen sein, um anzupacken. Und das bisher Geleistete in diesem Jahr kann sich sehen lassen. 1.673 Freiwillige aus Südtirol, Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus anderen Regionen Italiens und darüber hinaus konnte der VFA bisher vermitteln. Sie leisteten 14.910 Einsatztage auf 251 Bergbauernhöfen in allen Teilen des Landes. Die Beteiligung der Südtiroler Freiwilligen macht mehr als ein Fünftel aller Helfer und Helferinnen aus. Fast die Hälfte aller Ehrenamtlichen ist über 55 Jahre alt. VFA-Obmann Georg Mayer dankte allen Freiwilligen und Unterstützern der Vereinstätigkeit. Er wagte einen Bick in die Vergangenheit “30 Jahre Freiwillige Arbeitseinsätze sind eine lange Zeit – eine Generation”, meinte Mayr, der für 30 Jahre Obmann geehrt wurde. “Für mich wäre es Zeit, abzutreten. Solange sie mich fragen, werde ich vielleicht noch einige Jährchen anhängen – ich möchte aber nicht im Amt sterben.”

Zu arbeiten und dabei zu helfen, sei ein Segen, meinte Mayr. Oft sei dadurch auch der Helfende beschenkt worden, nicht nur derjenige, dem geholfen worden sei. Und er fügte hinzu, dass mehr als 70 Prozent der Helferinnen und Helfer aus der Bundesrepublik Deutschland kämen. Früher habe es in Südtirol nicht viel Arbeit gegeben, und die Südtiroler seien Ausländer gewesen: Sie seien in die Schweiz oder als Schwabenkinder nach Deutschland gegangen, um zu arbeiten; manche habe es zum Arbeiten sogar bis nach Brasilien, Argentinien, Australien, Kanada und Amerika verschlagen, so Georg Mayr. Heute sei Südtirol ein Einwanderungsland, weil es den Menschen im Land gut gehe. Er betonte außerdem, dass den Bergbauern geholfen werde. “Man hat viel für sie getan”, sagte Mayr und erinnerte u.a. an die Erschließung der Höfe mit Straßen. Bei der Erntedankfeier wurde auch das buch “Man spürt jede Hand” zum 30-jährigen Bestehen des VFA vorgestellt (siehe obenstehende Meldung).
Weiteres ehrte der Verein neben Mayr und einigen Freiwilligen auch hauptamtliche Persönlichkeiten: Monika Thaler, die seit 20 Jahre die Koordination innehat, und Manuel Kröss, der seit einem Jahrzehnt Mitarbeiter des VFA ist.