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Peter Klär aus 66606 St.Wendel schrieb am 8. August 2022 um 20:59
Am Samstag Mittag komme ich am Hof unweit von St.Leonhard an. Sehr freundlich war die Aufnahme in die Familie und gleich ging es auch schon los mit der Stallarbeit. Mutterkuh Susi mit Kälbchen Selena und ein junger Stier, Schweine ,Hühner , Katzen und Hofhund Mia galt es zu versorgen. Die Arbeit konnte beginnen. Die Bauernfamilie hat mich sehr freundlich aufgenommen mit großer Herzlichkeit empfangen. Der Bauer sprüht vor Ideen, ist viel beschäftigt und voller Tatendrang. Er lebt seine Überzeugung von nachhaltiger Landwirtschaft. Die ganze Familie geht den Weg mit. Mich hat das gleich überzeugt, kein Abfall, kein Überfluss, lokale Erzeugnisse. Das spürt man direkt. Sonntag dann geht es hoch auf 2000 Meter: Heu rechen mit vereinten Kräften. Beeindruckend wie der Bauer den Traktor über die steilsten Hänge steuert. Wichtig: es wird kein Halm verschenkt. Gegen späten Nachmittag ist die Ernte eingefahren . Die Almhütte hat für die nächsten Tage genügend Arbeit und die Natur gibt den Rhythmus vor: Hilfe beim Wegebau, gefällte Bäume entasten, zum Transport lagern. Es muss sehr sorgfältig gearbeitet werden. Holz ist ein wichtiger Rohstoff, der Bauer betont es immer wieder. Und nicht zu vergessen das tägliche Holzhacken zum Kochen und Heizen, Vorräte werden angelegt für den Winter. Die Tage auf der Almhütte beginnen um 7.00.Einheizen, Frühstück und dann an die Arbeit. Natürlich darf das Gesellige nicht zu kurz kommen. Abends vor der Hütte mit Blick auf die Gipfel, die letzten Sonnenstrahlen genießen. Es gibt viel zu erzählen. Zuvor muss natürlich gekocht werden. Lebensmittel vom Hof , Gemüse aus dem Garten der Bäuerin, eigenes Obst und Marmelade und deftiges Gegrilltes. Der Bauer teilt die Arbeit für jeden Tag ein. Er hat eine Energie, die steckt an. Steine schleppen für den Mauerbau, Bagger einweisen und Erde beifahren, Rohrleitungen erneuern, Geröll beseitigen, Holzverschlag abbauen, Einsäen der neunangelegten Wege mit Heublumensamen: das ist wichtig. Das Heu hat höchste Qualität und daraus entstehen wieder nachhaltige Produkte .Der Kreislauf schließt sich. Das Bergwiesenheu vom Hof ist ein Naturprodukt, das ist für den Bauern Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Und bei allem ist Hilfe gefordert. Es macht ungeheure Freude, die Familie zu unterstützen. Und dann noch das Unerwartete: Donnerstag setzt schwerer Regen ein , unaufhörlich, Stürme, Gewitter, Wolkenbrüche wie aus heiterem Himmel. Wir werden am Hof gebraucht. Wasser in der Werkstatt, im Stall, das Dach beschädigt, das kostbare Heu muss gerettet werden .Wir arbeiten bis in die Frühe durch mit der gesamten Familie. Am nächsten Morgen heißt es dann aufräumen. Steine wegräumen, Wasserschächte reinigen. Rinnen säubern. Die Wege sind ausgespült. Mehrere Murenabgänge auf dem Weg zur Almhütte. Der Hof zum Glück ohne schwere Schäden. Ob die nahe Kapelle dafür gesorgt hat.? Der Bauer arbeitet für die Zukunft seiner Kinder. Es gehe auch ohne höher, schneller, weiter, meint die Bäuerin. Sie leben von und für unsere kostbare Erde. Dabei konnte ich mit großer Freude und Dankbarkeit mithelfen. Der Bauer mit seiner ungeheuren Energie und Inspiration ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn sein Beispiel doch viele andere anstecken könnte. Herzlichen Dank an die Bauersfamilie. Euer Peter
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