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Volker Benignus aus Weissach im Tal (Baden Württemberg) schrieb am 12. August 2024 um 15:32
Inspiriert durch meinen Onkel, der ein Jahr zuvor auch im Ultental war, habe ich 12 Tage bei der Bauersfamilie auf dem Bergbauernhof im Ultental verbracht. Da ich in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen bin, aber schon seit sicherlich 20 Jahren keinen Rechen oder eine Heugabel in den Händen gehabt hatte, war ich voller Vorfreude was wohl auf mich zukommen mag. Und vorab, es wurden alle meine Vorstellung bei weitem übertroffen. Ich bin Sonntagnachmittags auf dem Hof angekommen und die Hausherrin hatte Gäste zum Bewirten auf der Terrasse, sie meinte ich solle mich hinsetzen und erstmal was Essen. Um die Ecke sah ich wie die Tochter und der Bauer auf der Wiese Heu machten, also bin ich auf die Wiese gelaufen und wollte mal „Hallo“ sagen, ich sah schnell dass die beiden voll im Stress waren, da ein Gewitter aufzog. Ich bin dann schnell zum Auto gerannt und habe meine Bergstiefel angezogen und habe den beiden geholfen das Heu zusammen zu machen. Wir haben es dann gemeinsam geschafft das Heu trocken einzufahren. Somit war es für mich ein perfekter Einstieg bei der Bauersfamilie. Ich bin mit der Einstellung angereist, keine Ferien auf dem Bauernhof machen zu wollen, sondern der Bauersfamilie bei allem, was anfällt bestmöglich zu helfen. Meine Hauptaufgaben in den Tagen sollten sein, täglich nach den Rindern und Pferden auf der Alm zu schauen und beim Heumachen zu helfen. Da ich im Berufsleben immer um 5 Uhr aufstehe habe ich dies aus Eigenantrieb auch auf dem Hof so gehalten und bin täglich gegen 5.30 Uhr mit dem PKW zur Alm hochgefahren. Oben angekommen musste ich nochmals zwischen 400 und 450 Höhenmeter aufsteigen, bis ich die Rinder gefunden hatte. Es war ein Traum jeden Morgen gegen 6 Uhr den Berg hochzuwandern, die Ruhe und den Sonnenaufgang zu genießen und einfach den Kopf abschalten zu können. Gegen 11.00 Uhr am Vormittag war ich dann wieder auf dem Bauernhof zurück und bin gleich mit den Bauersleuten auf die Wiese gegangen, um so viel wie möglich Heu noch vor dem Mittagessen wenden zu können, was uns auch gelang. Dann gab es Mittagessen, ich stamme aus einer Familie wo gut gekocht wird, aber das, was bei der Bauersfamilie auf den Tisch kam, war mega und stand dem heimischen Essen in nichts nach, im Gegenteil es war zu 99% alles aus eigenen Produkten. Das Trinkwasser stammt aus dem eigenen Brunnen und es war so gut, ich konnte gar nicht genug davon bekommen. Nachmittags ging es wieder auf die steilen Wiesen und wir mussten Heu zusammen machen und es mit dem Transporter einfahren. Hatten wir mal an einem Tag mehr Heu einzufahren kam die ganze Familie zusammen und es war ein richtiges Teamwork, da fiel einem die Arbeit viel leichten, denn wir zogen alle an einem Strang. Gegen Abend half ich die Milchkühe in den Stall zu holen, habe die Hühner für die Nacht in den sicheren Stall eingefangen und zum Schluss noch das Melkgeschirr geholfen zu putzt. Hier konnte man sich auch sehr gut nebenher mit den Bauersleuten unterhalten und kam von einem zum nächsten Thema. Wir waren total auf einer Wellenlänge und ich war begeistert, was die ganze Familie leistet, da ja quasi jeder Arbeitsschritt Handarbeit ist. Zur Unterkunft, diese war auch toll und ich hatte in den freien Minuten einen optimalen Rückzugsort. In den 12 Tagen auf dem Bergbauernhof habe ich mich wie ein Familienmitglied gefühlt und bei der Abreise musste ich die eine oder andere Träne verdrücken. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal auf dem Bauernhof gewesen sein, spaßeshalber habe ich zum Bauern gesagt, dass ich mich mal im Winter oben einschneien lasse und ich nicht schon wieder nach 12 Tagen abreisen muss. In Summe waren es traumhafte Tage in den Bergen bei überragenden Gastgebern und man kann es jedem empfehlen der mal eine Auszeit auf eine etwas andere Art und Weise machen möchte. Danke nochmals an die ganze Bauersfamilie für die unvergessliche Zeit.
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